Santo Antão – Das Wanderparadies
Durch grüne Täler und entlang historischer Pfade entfaltet sich ein Wandererlebnis, das Natur, Weite und Ursprünglichkeit spürbar macht.
Wolkenverhangene Gipfel, dramatisch zerklüftete Berghänge und tief eingeschnittene, sattgrüne Täler prägen das eindrucksvolle Landschaftsbild von Santo Antão. Eine spektakuläre Passstraße durchzieht die Insel wie ein steinernes Band und eröffnet immer neue Perspektiven auf eine Naturkulisse, die zu den eindrucksvollsten der Kap Verde zählt. Santo Antão ist kein Reiseziel – es ist ein Naturerlebnis.
Mit 779 km² ist sie die zweitgrößte und zugleich nördlichste Insel des Archipels. Ihr Relief wirkt rauer, wilder und ursprünglicher als das der übrigen Inseln. Eine mächtige Gebirgskette, vielerorts über 1.500 Meter hoch und gekrönt vom Tope da Coroa (1.979 m), teilt Santo Antão in zwei völlig unterschiedliche Welten: den trockenen Süden und den überraschend grünen Norden. Schroffe Felswände, tiefe Schluchten und steil abfallende Hänge verleihen der Insel eine dramatische Topografie. Im Osten – eine Besonderheit auf Cabo Verde – führen einige Wasserläufe ganzjährig Wasser und schenken den Tälern dauerhafte Fruchtbarkeit.
Feinsandige Strände sind hier selten. Einer der schönsten liegt abgeschieden in Tarrafal de Monte Trigo an der Westküste. Der Weg dorthin ist lang und stellenweise beschwerlich – doch gerade diese Abgeschiedenheit macht seinen Reiz aus. Der Südwesten zeigt sich karg und beinahe archaisch: Lavafelder, Wanderdünen, Vulkankegel und mächtige Basaltformationen formen eine Landschaft von fast surrealer, mondähnlicher Schönheit.
Im Süden empfängt Porto Novo die Besucher mit seinem Hafen, in dem die Fähre aus Mindelo anlegt. Von hier beginnt eine der eindrucksvollsten Panoramastraßen des Landes: die alte Passstraße hinauf in die Berge Richtung Ribeira Grande. Innerhalb kurzer Zeit verwandelt sich die Szenerie von staubiger Trockenheit in überraschende Üppigkeit. Pinien, Mimosen, Zypressen und Eukalyptusbäume säumen den Weg, während sich die Straße kühn über schmale Grate windet und spektakuläre Tiefblicke freigibt.
Ribeira Grande ist das administrative Zentrum der Insel, doch das eigentliche Flair entfaltet sich im charmanten Küstenort Ponta do Sol. Bunt gestrichene Häuser, ein kleiner Fischerhafen und die dramatische Bergkulisse verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre. Von hier führt eine der schönsten Küstenwanderungen der Kapverden über Fontainhas nach Cruzinha da Garça und Chã d’Igreja – stets hoch über dem Atlantik, begleitet vom Rauschen der Brandung und atemberaubenden Ausblicken.
Ein vollkommen anderes Bild bietet das Vale de Paúl: ein üppig grünes Tal voller Zuckerrohr, Bananen und Kaffee. Hier verlaufen alte Maultierpfade durch kleine Weiler und terrassierte Felder. Besonders eindrucksvoll ist der Abstieg vom kreisrunden Cova-Krater hinunter nach Lombo Comprido – eine Wanderung, die Natur, Weite und Ursprünglichkeit eindrucksvoll verbindet.
Im trockenen Hochland liegt der kleine Weiler Lagoa, Ausgangspunkt weiterer stiller Wanderungen rund um den Espadana-Krater.
Nicht zuletzt ist Santo Antão berühmt für seinen Grogue, den traditionellen Zuckerrohrschnaps der Kapverden. In kleinen, oft familiengeführten Destillerien wird er noch heute hergestellt – ein Besuch gehört zu jeder authentischen Begegnung mit der Insel.
Grogue: der kapverdische alkoholische Genuss
Grogue ist das Nationalgetränk von Kap Verde. Es handelt sich um einen aus Zuckerrohr destillierten Rum mit einem Alkoholgehalt von 40%. Der Geruch des Getränks erinnert an reife Bananen. Grogue wird auch als Grogu oder Grogo bezeichnet. Der handwerklich hergestellte Schnaps ist ein Teil des kapverdischen Kulturerbes und wird zu verschiedenen Anlässen getrunken.
Kurz gesagt
- Grogue ist das Nationalgetränk von Kap Verde und wird aus Zuckerrohr destilliert.
- Der Alkoholgehalt liegt bei etwa 40 % und das Aroma erinnert an reife Banane.
- Die Herstellung erfolgt traditionell und ist kulturell stark verankert.
- Der Großteil stammt von Santo Antao, andere Inseln produzieren eigene Varianten.
- Es gibt weißen (ungerreiften) und braunen (gereiften) Grogue.
